Quellenhinweis: computerwoche.de vom 16.03.2007 um 11:58 Uhr
Die Zeichen auf dem IT-Arbeitsmarkt stehen auf grün: Die Unternehmen suchen händerringend nach Fachkräften - aber qualifizierten.
Karrieretipps auf der CeBIT
Wer sich über IT-Karrierechancen und Gehälter informieren will, dem bietet das Job- und Karrierezentrum der COMPUTERWOCHE (Halle 6, C 16) jeden Messetag Vorträge und Podiumsdiskussionen, individuelle Karriereberatung und über 20 Aussteller, die Kandidaten suchen.
Die
positive Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt erinnert ein wenig an die großen
Hype-Zeiten von 2000: Kaum geht es der Branche besser, schraubt der
Branchenverband Bitkom seine Wachstumsprognosen nach oben und beschwört
den akuten Fachkräftemangel. Von 20.000 offenen Stellen ist derzeit die
Rede. "Wir haben bereits im vergangenen Jahr über 200 neue Mitarbeiter
eingestellt und suchen auch dieses Jahr wieder Kandidaten, besonders im
Bereich Services, Marketing und Vertrieb", sagte Brigitte Hirl-Höfer,
Director Human Resources Germany bei Microsoft, während der
Eröffnungsdiskussion im COMPUTERWOCHE-Karrierezentrum auf der CeBIT.
Auch Rudolf Kuhn, Geschäftsführer des IT-Beratungsunternehmens Logica
CMG, erklärte, dass er im laufenden Jahr 400 neue Berater einstellen
wolle. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die Besetzung der
freien Stellen nicht leicht sein werde. "Wir haben derzeit
Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten zu finden", bestätigte Dagmar
Schimansky-Geier von der Personalberatung 1a zukunft. "Besonders
gefragt sind Berater, Wirtschaftsinformatiker und
Wirtschaftsingenieure."
Fachwissen ist Eintrittsticket
Für
die Bewerber hingegen ist Optimismus angesagt. Die Chancen auf einen
Job in
der IT-Branche sind gut. Doch die Unternehmen haben nach dem
Platzen der Dotcom-Blase ihre Lektion gelernt. Längst wird nicht mehr
jeder eingestellt, der ein bisschen IT-Know-how nachweisen kann. Die
Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die fachliche Qualifikation
die Grundlage für eine Karriere in der IT sei.
Bewerber mit
abgeschlossener Hochschulausbildung in Informatik oder in
Wirtschaftsinformatik seien derzeit stark nachgefragt, betonte
Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms: "Quereinsteiger haben es dafür
nicht so leicht." Voraussetzung sei ein Studium, das zum Fachgebiet
passe, sagte Michael Hillerbrand, Personalleiter Deutschland von SAP.
Er warnte: "Die technische Qualifikation ist kein
Differenzierungsmerkmal mehr."
Aspekte wie soziale Kompetenz, Flexibilität, Teamgeist, interkulturelle Erfahrung und vor allem verhandlungssicheres Englisch seien heutzutage unbedingt erforderlich, um in einer globalen Wirtschaft auch als Techniker erfolgreich zu sein. "Wir arbeiten alle vernetzt, das stille Kämmerlein gibt es bei SAP nicht mehr, auch nicht für den Tekki", so Hillerbrand weiter. "Wir brauchen den verbindlichen Schnittstellenjongleur", bestätigt Christof Schalhorn, Senior-Redaktionsleiter bei Comet Computer, Spezialist für Datenverarbeitung und technische Dokumentation. Social Skills seien unerlässlich, denn auch die Techniker müssten mit anderen Abteilungen, virtuellen Teams und mit Kunden zusammenarbeiten, nicht nur im Beratungsgeschäft. Zwar gebe es immer noch besondere Bereiche, wo reine Tekkis nachgefragt werden, etwa in der Automobilindustrie für Embedded Systems, warf Harms ein, doch dass jeder Informatiker zunehmend auch ein "kleiner" Berater sein müsse, darüber herrschte Konsens. (ka)
Kommentar Arsis
Obwohl die IT Situation in der Schweiz unterschiedlich ist zu unserem Nachbarn - die Entwicklung in der IT Branche sind bezüglich dem IT-Fachkräftemangel identisch. Qualifizierte Spezialisten sind bereits seits 2 Jahren absolute "Mangelware" und dementsprechend begehrt. Alleine bei den Schweizer Grossbanken sind mehrere hundert IT Stellen vakant und können nicht besetzt werden.(RV, arsis.ch)
